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100 Munies aus aller Welt machten auch die siebte elbMUN zum Erfolg!

Wie in den Vorjahren konnte elbMUN 2016 wieder sowohl mit professioneller Vorbereitung und Betreuung durch Studierende der TU Dresden als auch mit hoher Teilnehmerzahl und deren großer Disziplin bei der UN-Simulation punkten. Wie man der Fotogalerie der Opens external link in new windowelbMUN-Seite entnehmen kann, wurde auch ein fantastisches Rahmenprogramm geboten, so dass auch Sachsen und die Stadt Dresden mit ihren Reizen einen bleibenden Eindruck bei den rund 100 Teilnehmern aus aller Welt hinterließen.

Die Präsidentin der Europäischen Bewegung Sachsen, bei der Übersetzung in die englische Konferenzsprache unterstützt von Geschäftsführer Wolfgang Rausch, sprach auf der Eröffnungsveranstaltung zu den Teilnehmern. Den Text ihrer Rede dokumentieren wir im Volltext (dt./engl.) am Ende dieser Seite.

A. Dombois, W. Rausch

Sehr geehrte Generalsekretäre, verehrte Vorstandsmitglieder, vor allem aber natürlich: sehr geehrte Delegierte,
Ich freue mich sehr, Sie zur siebten „Model United Nations“ im Plenarsaal des Sächsischen Landtags begrüßen zu können. Zugleich überbringe ich Ihnen die herzlichen Grüße von Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, der die Schirmherrschaft für elbMUN auch in diesem Jahr wieder sehr gern übernommen hat. 2010 hat die erste Simulation über die Arbeit der Vereinten Nationen stattgefunden. Sie war von Anfang an für alle daran Beteiligten ein großer Erfolg.
Als Vizepräsidentin des Landtags und Präsidentin der Europäischen Bewegung Sachsen weiß ich, dass diese Initiative von Studierenden des Studiengangs Internationale Beziehungen der Universität Dresden nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Ich danke den Organisatoren der TU Dresden, die dieses Projekt auf professionelle Weise und mit großem persönlichen Engagement vorbereitet haben. Dank öffentlicher und privater Unterstützung ist es den Initiatoren der TU Dresden in Kooperation mit der Europäischen Bewegung Sachsen gelungen, in Dresden eine neue Tradition internationalen Lernens zu begründen. Gleiches gilt für eine Kultur des erfolgreichen Debattierens, für die es in Sachsen kein geeigneteres Forum als das Plenum unseres Landesparlaments geben kann. Im Sächsischen Landtag werden regionalpolitische Interessen der Bürgerinnen und Bürger des Freistaates Sachsen wahrgenommen. Aber im 21. Jahrhundert werden sich auch regionale Entscheidungen nur dann als tragfähig und nachhaltig erweisen, sofern dabei der Blick auf europäische und globale Entwicklungen nicht verloren geht.
Wenn das Projekt elbMUN heute seine Fortsetzung findet, dann bietet sich für alle Beteiligten die Gelegenheit, das Verständnis für die Probleme der internationalen Politik weiterzuentwickeln und Einblicke in die Arbeit der Vereinten Nationen zu gewinnen. Die Erfahrung, die Rolle eines Diplomaten einzunehmen und für die Interessen eines Landes vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen einzutreten, schärft den Blick für die politische Realität. Zugleich wird deutlich, welche Grenzen der Weltorganisation im Ringen um Frieden, Verständigung und die Durchsetzung der Menschenrechte weltweit gesetzt sind. Die geistige und schöpferische Auseinandersetzung mit europäischen und globalen Zukunftsfragen und der diplomatische Dialog sind die wichtigsten Voraussetzungen für den Ausgleich der Interessen in der internationalen Politik und erweitert Ihre Kompetenzen, um später als politischer Akteur politische Prozesse verstehen und bewältigen zu können.
elbMUN 2016 steht unter dem treffenden Motto (in der deutschen Übersetzung klingt es leider nicht mehr so schön, wie im englischen Original): „Sich verschiebende Grenzen – Eine Welt in Bewegung“. Als ich das Motto zum ersten Mal las, ging mir durch den Kopf: „Alles fließt!“ Hier in Sachsen spürt man auch nach 25 Jahren die Umbrüche immer noch deutlich, die die friedliche Revolution im Gebiet der ehemaligen DDR mit sich gebracht hat, die Teil des Wegfalls des Eisernen Vorhangs im Herbst 1989 war und die zur deutschen Wiedervereinigung führte. Rein politisch-geographisch betrachtet, haben die beiden Teile Deutschland als ein Staat zueinander gefunden. Auf dem Balkan sind aus dem früheren jugoslawischen Staat nach mit brutaler Härte geführten Kriegen mehrere neue Staaten entstanden. Die Wunden dieser Kriege sind noch nicht verheilt. Viele Regionen der ehemaligen Sowjetunion haben sich als eigenständige Staaten etabliert und können überwiegend sehr stolz auf ihre bisherige Entwicklung sein. Russland hat sich mit der Krim eines Teils dieser Regionen bemächtigt. Ob und wie lange die russisch-ukrainische Grenze in der jetzigen Form Bestand haben wird, ist offen. Schon dieser Blick in die jüngste Geschichte zeigt, dass es keine Ewigkeitsgarantie für politische Beziehungen, Räume oder Grenzen gibt. Staaten und ihre Grenzen sind politische Gebilde, die steten historischen Entwicklungen unterliegen und immer wieder in Bewegung kommen. Dies wird Teil Ihrer Diskussionen in der Vollversammlung, dem Sicherheitsrat oder einem Ausschuss der Vereinten Nationen sein. Es wird dabei auch um grenzfreie Räume, wie die internationalen Gewässer gehen und mit Sicherheit um grenzüberschreitende „Effekte“ wie Religionsgemeinschaften, Sprache, Gleichbehandlung der Geschlechter, das Internet, internationale Geldflüsse oder Migrantenströme. All dies sind weltweit wirkende Aspekte, die mehr oder weniger starken Einfluss auf die – zumindest auf der Landkarte – klar umrissenen politischen Gebilde ausüben. Sie zeigen, dass alles im Fluss ist – dass nichts bleibt, wie es war. An dieser Stelle darf ich an den rund 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung lebenden griechischen Philosophen Heraklit erinnern, auf den die Kurzform Panta rhei („alles fließt“) zurückgeführt wird. Es kann aber nicht Ihre und unsere Aufgabe sein, dies „einfach hinzunehmen“. Vielmehr – und so verstehe ich diese UN-Simulation – geht es darum, die Fließrichtung und -geschwindigkeit zu beeinflussen und zu moderieren. Es geht darum, Umbrüche positiv und menschenwürdig zu gestalten. Es geht darum, Lebensqualität zu schaffen und Leben, Gesundheit und Menschenrechte zu achten und zu schützen. Es geht um Naturschutz, um unsere natürlichen Ressourcen und um Vieles, Vieles mehr… Es geht um nichts weniger, als um unser aller Zukunft!
Daher bin ich mir sicher, dass die Zielsetzung von elbMUN, Kenntnisse zu vermitteln und gleichzeitig Völkerverständigung zu fördern, auch diesmal wieder erfüllt wird. ElbMUN 2016 wünsche ich ein gutes Gelingen und Ihnen allen viel Erfolg bei Ihrem steten Bestreben um eine lebenswerte Zukunft, einen angenehmen Aufenthalt im Sächsischen Landtag und in Dresden sowie für Ihr Studium und Ihre berufliche Entwicklung weiterhin viel Erfolg.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Dear Secretary-Generals, honorable members of the Board of Directors, dear Prof. Prunitsch, and last but not least: Distinguished Delegates.
I have the pleasure to welcome you – the participants of the Opening Ceremony of the seventh “Model United Nations” – here in the plenary room of the Saxon State Parliament. At the same time, I convey the warm greetings from State Parliament President Dr. Matthias Rößler, who was pleased to take over the patronage over elbMUN this year again. The first simulation on the work of the United Nations took place here in the Saxon State Parliament. It was a great success from the outset for all involved.
As Vice President of the Parliament and President of the European Movement Saxony, I know that this initiative by students of the undergraduate degree program “International Relations”, established at the Technical University of Dresden cannot be estimated high enough. I would like to thank the whole Organisation Team of the Dresden-University, who have prepared this project in a professional manner and with great personal commitment. With public and private support, the initiators of the Dresden-University in cooperation with the European Movement Saxony succeeded in establishing a new tradition of international learning in Dresden. The same applies to a culture of fruitful debate for which there can be no more appropriate forum than the plenary hall of our State Parliament. The Saxon State Parliament is the constitutional representation of all the citizens of the Free State of Saxony. As a 21st century Parliament we have to consider that regional decisions will prove only viable and sustainable, while not losing the views on European and global developments. If the project “elbMUN” is continued today, the opportunity to further develop the understanding of problems of international politics and to gain insights into the work of the United Nations will become apparent to all the parties involved. The experience to play the role of a diplomat and to stand up for the interests of a country in front of the General Assembly of the United Nations, sharpens the view on political reality. At the same time you will see what the limitations are, the world Organization is bound to, on its struggle for peace, understanding and enforcement of human rights worldwide. The intellectual and creative debate on European and global issues for the future and the diplomatic dialogue are the main conditions for the balancing of interests within the international policy. It will sharpen your personal skills so that you better understand and better manage political processes in case you are political player in your professional career.
elbMUN 2016's motto is true: "Shifting Borders - A World in Motion". When I read the motto for the first time, a flash went through my mind: "Everything flows! Panta rhei!" In Saxony, you can feel the breaks still evident which came with the peaceful revolution in the area of the former GDR even after 25 years. This peaceful revolution was part of the more spacious disappearance of the iron curtain in the fall of 1989 and led to German reunification. Considered purely politically and geographically, the two german parts have found as one State to each other. In the Balkans, several new States emerged from the former Yugoslav State after wars with brutal hardness. It`s wounds have not healed yet. Many regions of the former Soviet Union have established themselves as independent States and can be very proud on their previous development. Russia has taken over a part of these regions with the Crimea. It is open whether and for how long the Russia-Ukrainian border in its present form will endure. This single look in the recent history shows that there is no guarantee of eternity for political relations, spaces, or borders. States and their borders are political entities that are subject to constant historical developments and coming back on the move. This will be part of your discussions in the General Assembly, the Security Council or a Committee of the United Nations. Your discussions will include border-free spaces such as international waters, and for sure impact “cross-border-effects" like religious communities, language, equality of the sexes, the Internet, international monetary flows and migration flows. All these are globally-effective aspects, having more or less influence on the political entities which are - at least on the map - clearly outlined. They show that “everything flows” - that nothing remains as it was. At this point I would remind you to the roughly 500 years before common era living Greek philosopher Heraclitus. The short form of Panta rhei ("everything flows") either was spoken by him or survived as a quotation of his. It`s good to know about, but it cannot be our task, to simply accept this “Panta rhei". Rather - and so I understand this UN-simulation – it´s important to influence and moderate the direction of flow and the speed of flow. It`s a matter of how to make breaks positive and dignified. It`s a question of creating quality of life and ensure life, health, and human rights and to protect them effectively. It is a question of protecting nature, our natural resources and much, much more.. It`s about nothing less than our future!
Therefore I`m sure that the objectives of elbMUN, to impart knowledge and at the same time to promote international understanding, will be once again achieved. elbMUN 2016, I wish to become a great success. I wish good luck to you participants with your constant quest for a livable future as well as a pleasant stay in the Saxon State Parliament and the city of Dresden. For your studies and your further career I wish you all the best.
Thank you for your attention.

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